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Das Radsportportal für die Jedermann-Szene www.jedermannbikeszene.de hat ein Interview mit Renzo zu den Gründen seines Ausstiegs veröffentlicht. Den Artikel und das vollständige Interview findet ihr auch bei uns (<weiterlesen>). Sportliche Grüße !
Artikel von www.jedermannbikeszene.de: Renzo Wernicke - Gründe seines AusstiegsRadfahren ist ein tolles Hobby. Es vereint Jedermänner und –frauen aller Alters- und Leistungsklassen, Spaßfahrer und Siegertypen, Genussradler und Materialfetischisten…..Wer meint, dass hier nun alle gemütlich miteinander fahren, dass eine gegenseitige Akzeptanz vorhanden ist, wird zumindest beim Blick in jegliche Radsportforen der Szene eines Besseren belehrt. Pseudonamen scheinen Gegner und Befürworter bestimmter Theorien hemmungslos zu machen, sachliche Beiträge und zum Teil respektlose Anfeindungen wechseln einander munter ab. Keine Erscheinung, die es nur im Radsport gibt…..Doch schmeißt einer wirklich hin, weil er in Foren angefeindet wird ?
Wir haben vor einigen Tagen berichtet, dass Renzo Wernicke aus der Rennserie aussteigt. Wer beim darauf folgenden Rennen in Schleiz aufmerksam hingeschaut hat, konnte nach der ersten Zieldurchfahrt auf der langen Distanz einen Univegafahrer am Streckenrand sitzen sehen…….es war Nico Wernicke, der in diesem Moment wahrscheinlich ebenfalls seinen Ausstieg beschlossen bzw. umgesetzt hat. Beide sind sicher die Köpfe des Univegateams , ein Team welches die GCC-Wertung seit einiger Zeit durch starke Leistungen beherrscht , welches ein durchgestyltes Auftreten hat, was sich nicht nur farblich abhebt und was garantiert nicht klein und leise daherkommt. Kurz es polarisiert, man findet Bewunderung und Abneigung. Dies ist ebenfalls nicht selten in der Welt des Sports. Gegner sehen eine übertriebene Arroganz, Befürworter wissen, Neid muss man sich erarbeiten……Und dann kommen noch eine abgesessene Dopingstrafe und aktuelle Veranstalterreglements hinzu. Die Dopingstrafe ist abgesessen, somit eine zweite Chance völlig legitim. Die besagte Klausel im Reglement des Veranstalters (nsc) ist existent, legt fest, dass wer in den letzten fünf Jahren ein Dopingvergehen hatte, nicht starten darf. Und wenn man jetzt noch die Diskussion einbezieht, wer denn nun ein Jedermann (-frau) ist und wann und wo starten dürfte…..es gibt geltende Regeln, in deren Rahmen sich jeder bewegen kann…….
Wir wollten keine dieser Diskussionen neu aufwärmen, wir wollten bei Renzo Wernicke nachhaken…..
Mit dem Abstand von einer Woche und nach zahlreichen Gesprächen mit Sportfreunden sieht er die Sache folgendermaßen. Wir zitieren „Die Saison begann sportlich so erfolgreich, Köln war ein knappes Ding, aber es lief eben. Doch die Erfolge haben mir keine richtige Freude mehr bereitet, schon in Göttingen habe ich mich nicht getraut richtig zu jubeln. Ich habe begonnen, die Kritiken in diversen Radsportforen zu nah an mich heran zulassen.“
Er denkt auch über die Kritiken am gesamten Team nach, will seine Jungs aus dem Kreuzfeuer nehmen. „Ich bin ehrgeizig, mache Dinge ganz oder gar nicht. Ich wollte ein einheitlich auftretendes Team, vom Rad bis zum Trikot professionell. Das dieses Team mit einem Mal öffentlich angefeindet wird, weil hinter der Professionalität und Trainingsarbeit nur Arroganz stecken soll, war ein ziemlicher Niederschlag für mich. Zumal ich wieder glaubte, selbst im Fokus zu stehen. Dabei kannte ich manchmal die konkreten Inhalte der Teamseite bis zu dem Augenblick, in dem sie kritisiert wurden, gar nicht. Dafür sind bei uns andere Leute verantwortlich.“ Er möchte eigentlich nicht die gesamte Geschichte der Dopingsperre wieder aufwärmen, sie ist Geschichte. Den sportlichen Neuanfang, kein Einzelfall im Sport, gestehen ihm ja selbst die härtesten Kritiker zu. „Ich bin aber maßlos enttäuscht, dass ich beim Rennen in meiner Heimat (nsc, Anm . Red.) nicht starten kann. Ich kann nicht verstehen, dass innerhalb einer Rennserie verschiedene Regularien angewandt werden. Ich fühle mich nicht korrekt behandelt, diverse Vorschläge waren für mich nicht nachvollziehbar und daher unakzeptabel.“ Sicher nur ein Funke, der ihn zur Kurzschlussreaktion brachte. „Ich weiß, dass ich bedachter hätte reagieren sollen. “ Momentan braucht er Zeit um Nachzudenken, wie seine sportliche Laufbahn weitergehen soll. Ob dabei das Rennrad noch eine Rolle spielt, lässt er offen.
Vielleicht zeigt Renzo Wernickes Fall ja einfach nur auf, dass die Jedermannszene in gewissen Bereichen einfach neue Regeln braucht, denn Fakt ist auch, dass es besagte Klausel bei manchen Veranstaltern gibt, bei manchen halt nicht.
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